Startseite
Philosophie
Schemrzstufen
PEACE
Lovepangstm
Interviews
Lovescience
City Guide
lovepangs TV
KOntakt
Archiv
 

DJ TATANA


INTERVIEW AM 9. MAI. 2002, CAFE IN ÖRLIKON, ZÜRICH
MIT CMB

 

Meine Familie ist sehr wichtig für mich

 

 

<<  zurück

Tatana

Bild: Roger Doëlly, 24news.ch

Wann hast du zum ersten mal realisiert, dass Dir dein Herz weh tut?

Da muss ich jetzt mal nachdenken. Ich denke, ich war dreizehn oder vierzehn. Aber dass kann ich nicht erzählen, das ist viel zu schlimm, um es dann im Sonntagsblick abgedruckt zu haben. Es war ein Vorfall in meiner Familie. Es ging um meinen Bruder, der sich in einer sehr schwierigen Situation befand und als es rauskam, hat das meine Eltern total getroffen, als ich sah, wie meine Mutter reagierte und wie weh es ihr getan hat, hat mich das wiederum sehr getroffen. Sie ist einfach umgefallen. Ihr Schmerz hat mir sehr wehgetan. Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie sich Schmerz anfühlt.

Wie ist deine Familie in dieser schmerzlichen Situation miteinander umgegangen?

Meine Mutter hat sich durch diese Situation sehr verändert. Sie ist viel nachdenklicher geworden. Meine Eltern hatte nachdem wir diese Situation überwunden hatten, einen schweren Autounfall, das hat sicher auch zu ihrer Veränderung beigetragen. Diese Veränderung meiner Mutter tut mir weh. Die ganze Familie war durcheinander und wir haben viel und lange miteinander darüber gesprochen. Durch dieses Schicksal wurde die Liebe in der Familie gestärkt. Die Beziehungen innerhalb der Famile wurden intensiver. Wir versuchten mit der Situation irgendwie klarzukommen. Mit der Zeit legte sich der Schmerz aber von selber. Das Leben ging weiter. Heute reden wir nicht mehr darüber. Wir erinnern uns nicht gerne an diese schmerzliche Phase. Es ist wieder in Ordnung und meinem Bruder geht es wieder gut. Wenn ich heute daran denke, kann ich mich noch genau an diese Situation erinnern und diesen Schmerz von damals fühlen. Mein Bruder ist heute mein bester Freund. Wir haben eine sehr intensive Beziehung, wenn ich ihn einen Tag nicht höre, mache ich mir Sorgen um ihm.

Hast du ein gutes Verhältnis zu Deiner Mutter?

Ja ein sehr gutes. Es ist nicht nur ein Mutter-Tochter Verhältnis sondern wir sind auch gute Freundinnen. Wenn ich mich erholen muss, kann ich das am besten bei ihr. Heute Nachmittag habe ich zum Beispiel alle Termine abgesagt – ich war den ganzen Nachmittag bei ihr. Sie hat für mich mein Lieblingsessen gekocht und wir haben es uns gemütlich gemacht. Meine Familie ist sehr wichtig für mich, sie hat mich in meiner Arbeit auch immer unterstützt.

Du bist sehr viel unterwegs, spürst Du manchmal so etwas wie Heimweh?

Ja, ich hatte schon früher in der Schule auf Klassenreisen immer Heimweh. Und wenn ich jetzt vor tausend Leuten auflege und es herrscht dort gute Stimmung und ich gehe danach alleine raus und steige in mein Auto, fühle ich mich manchmal sehr einsam. Das ist ein ganz spezieller Schmerz und so ähnlich wie Heimweh.

Was machst Du dann?

Ich schalte das Radio ein und höre Musik. Ich versuche mich abzulenken und auf andere Gedanken zu kommen. Oder ich rufe meinen Bruder und meinen Freund oder meine Freunde an und erzähle ihnen was ich erlebt habe und wie ich mich fühle.

Wie geht es Dir heute? Du siehst müde aus.

Ich bin müde und versuche mich gerade für den nächsten Auftritt zu motivieren. Aber wenn ich im Club bin, geht’s mir wieder gut. Ich muss gleich gehen. Ich hasse es, wenn ich andere Menschen warten lassen muss.

Wo bleibt der Fotograf?

Er ist am Einparken.

Wie hältst du das aus, dieses ständige Telefonieren, das Reisen und das Zuspätkommen?

Das frage ich mich auch. Manchmal fehlt mir auch die Kraft, dann muss ich alleine sein. Das kommt zwar sehr selten vor, aber dann will ich niemanden sehen und muss für mich sein, um mich wieder einzukriegen. Dann versuche ich alleine zuhause zu sein, lese ein Buch oder laufe einfach in der Stadt rum. Das hilft.
Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch. Bei mir muss immer alles stimmen. Wenn es mir schlecht geht, kann man mir das vom Gesicht ablesen. Selbst wenn ich auflege, kann ich das nicht verbergen.

Was bereitet Dir Unbehagen?

Was ich überhaupt nicht mag, sind Menschen, die Vorurteile haben und dadurch schlechte Energie verbreiten und dann vielleicht auch noch andere Menschen auslachen.

Leidest Du unter Neid?

Neid gibt es überall. Und es trifft mich wenn andere auf mich neidisch sind, denn das was ich tue, mache ich von Herzen. Ich möchte ja nichts anderes als mit meiner Musik den Menschen was Gutes tun und gute Energie weitergeben, deshalb versuche ich, Neider irgendwie zu ignorieren.