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Die Begründerinnen und Botschafterinnen der UNITED LOVESICK SOCIETY Jeanette H. Müller und Carmen Brucic haben ihre Arbeit in der Schweiz aufgenommen, um die Botschaft der U.L.S.S. in Zürich zu installieren. Von hier aus wird an der LOVEPANGS™-Plattform mit Veranstaltungen und Produkten (Kooperationen mit Migros, Schauspielhaus etc.) gearbeitet.

Seit dem Beginn von LOVEPANGS™ in der Schweiz erscheint im SonntagsBlick Magazin wöchentlich ein LOVEPANGS™-Interview, geführt von Carmen und Jeanette mit prominenten und/oder interessanten Menschen in der Schweiz.
Das Schweizer Nachrichtenformat "10vor10" brachte anlässlich des Eintreffens der Botschafterinnen und des LOVEPANGS™ -Empfangs in der Residenz des österreichischen Generalkonsulats einen Beitrag über die U.L.S.S. und LOVEPANGS™.

Pressetext zum Züricher Kongress

ERSCHIENEN IM SONNTAGSBLICK-MAGAZIN, AM 29.9.2002

Die Wiener Künstlerinnen Carmen Brucic und Jeanette Müller wollten mit ihrem Projekt «Lovepangs» den Herzschmerz auch in der Schweiz zelebrieren. Jetzt müssen die Botschafterinnen der Liebeskranken Gesellschaft ihre Mission vorzeitig abbrechen.

VON HELENE AECHERLI

Liebesqualen sind so universell wie Hunger und Durst. Diese Gewissheit ist die Basis für «Lovepangs», das multimediale Kunstprojekt zur Thematisierung des Herzschmerzes. Im März hielten Carmen und Jeanette in der Schweiz Einzug, im November wollten sie «Lovepangs» mit einem Kongress für Liebeskranke einen Höhepunkt bescheren. Nun wird das Happening aus finanziellen Gründen abgesagt - den Sponsoren stand der Sinn nicht nach Liebeskummer.

Was geht euch durch den Kopf?
Jeanette Müller: Dass Idealismus, Engagement und der Wunsch, mit einer Idee etwas bewegen zu wollen, wohl oft zur Selbstausbeutung führt. Carmen Brucic: Der Zahlenkatechismus.

Was ist schief gelaufen?
Jeanette: Sponsorengelder sind heute kaum zu bekommen. Die Wirtschaft ist nicht auf der Höhe, Geld für Kunst und Kultur wird eingespart oder ist in die Expo.02 investiert worden. Wir hatten Partner wie das Migros-Kulturprozent, Ringier und «Hiltl»/«Tibits». Sie waren die Einzigen, die von Anfang an bereit waren, die Aktivitäten von «Lovepangs» finanziell zu unterstützen. Und das Schauspielhaus unterstützte uns durch Sachleistungen.

Für euren Kongress in Berlin hat Regisseur Christoph Schlingensief eine «Lovepangs»-Oper inszeniert. Fehlte ein solches Aushängeschild?
Jeanette: Schlingensief hat die Volksbühne in Berlin und den Hauptstadt-Kulturfonds mit seinem Interesse an «Lovepangs» angesteckt. Aber der Kongress in Berlin stand für sich selbst, und das wäre auch in Zürich so gewesen. Ich glaube nicht, dass ein grosser Name uns hier vor finanziellen Absagen bewahrt hätte. Der Kongress hätte im Schiffbau stattgefunden. Hat die enge Verbindung zum Zürcher Schauspielhaus Sponsoren abgeschreckt? Jeanette: Das Problem war, dass viele Sponsoren bereits das Schauspielhaus unterstützen, und da der Kongress unter dessen Dach über die Bühne gehen sollte, wollten sie nichts mehr geben. Sie empfanden es als doppelte Finanzierung. Da half es nichts, dass wir eine freie Produktion und nicht ans Schauspielhaus gebunden sind. Ein Projekt zu beerdigen tut weh.

Was schmerzt am schlimmsten?
Jeanette: So vielen Menschen absagen zu müssen. Die Pläne, an denen lange gearbeitet wurde, nicht sichtbar machen zu können. Es tut weh, wenn man dann vor der Tatsache steht: Es ist nicht machbar, wir sind finanziell und kräftemässig am Ende. Carmen: Mich schmerzt, dass es keinen Höhepunkt geben wird. Wenn man lange auf einen bestimmten Zeitpunkt hinarbeitet und diese Arbeit dann nicht zeigen kann, fehlt einem das Ventil für die Energie, die man in diese Arbeit gelegt hat, die Belohnung. Ein Spannungsbogen hat sich aufgebaut, das Kraftfeld wächst. An so einem Abend darf man zeigen, was man monatelang vorbereitet und erarbeitet hat. Wo ich dieses Ventil jetzt für mich finde, weiss ich noch nicht.

Wie geht ihr mit dem Schmerz um?
Jeanette: Ich bin nicht zerstört, bin gesund, nicht uralt, lebe in friedlichen, eigentlich reichen Ländern - und vor allem: Es gibt gute und liebe Menschen um mich herum - alles Gründe, den Mut nicht sinken zu lassen. Carmen: Ich kann den Schmerz noch nicht einordnen. Ich habe noch zu viel mit der Schadensbegrenzung zu tun, und wenn ich darüber rede, gerate ich oft in Wut. Verzweifelt bin ich nicht. Den Schmerz bewältige ich mit der Strategie, mir woanders Erfolgserlebnisse zu suchen. Ich werde viel schreiben und das Erlebte dokumentieren.

Was ist die Zukunft von «Lovepangs»?
Carmen: Die Informationen und Rubriken auf Radio 24 werden weiterhin ausgestrahlt, und der TV-Sender Viva Swiss wird «Lovepangs»-Wochen machen. Eventuell können auch die «Lovepangs Summits» im Jazzclub Moods weiterhin monatlich stattfinden und die «Lovepangs»-Lese-Lounges realisiert werden.

Wie sehen eure Pläne aus? Jeanette: Carmen und ich gehen zurück nach Berlin beziehungsweise Wien und arbeiten daran, die finanzielle Misere zu beheben und uns neu zu orientieren. Wir hoffen, dass sich für «Lovepangs» in der Schweiz Botschafter finden, die es weiterführen. Wir sind ja nicht die Einzigen, die Liebesschmerzen kennen.

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